Ju Bavyka

Folgende Themen gehören zu diesem Fellowship

  • Stadtgesellschaft
  • Sammlungsforschung

Nomadische Existenz: Queere Präsenz und unsichere Zufluchten

April – Mai 2026

Ju Bavyka ist eine*r Autor*in und bildende*r Künstler*in aus Kasachstan mit tatarischer, deutscher, ukrainischer und russischer Herkunft und lebt derzeit in Sydney, Australien. Während des CoMuse-Fellowships erforscht Bavyka neugierig Objekte der Zentralasiensammlung: wie wurden sie gesammelt, kategorisiert und bewertet– und was könnte ein queerer Blick auf ihre Geschichten offenbaren?

Ju Bavyka
Foto: Lucy Parakhina

Besonders interessiert ist Bavyka daran, wie koloniale Sammlungspraktiken Vorstellungen von Authentizität und Wert geprägt haben, und an Objekten, die diese Kategorien verkomplizieren: schwer zu identifizierende Teppiche, rituelle Objekte und Jurten, die in Sammlungsräumen Regalfläche einnehmen und möglicherweise nie ausgestellt werden.

Das Sammlungsforschungsprojekt findet im Kontext der Recherche Nomadische Existenz: Queere Präsenz und unsichere Zufluchten statt. Es beschäftigt sich unter anderem mit Jurten und dem Wunsch, nomadisch und sich-nicht-niederlassend zu leben. Die Inspiration für dieses Fellowship kommt auch aus Bavykas Verbindung zur zentral- und nordasiatischen queeren Community in Berlin, deren Mitglieder Ausgrenzung hinterfragen und neue Lebensformen erfinden, wobei sie sich traditionelle Symbole und Kunsthandwerk wieder aneignen.
 

„Mich interessieren Objekte, die schwer zu identifizieren sind, die nicht in etablierte Kategorien passen, die Raum einnehmen ohne klaren Wert. Diese Objekte werden zu Metaphern für queeres Leben – wie gehen wir mit der Entfremdung von ‚ursprünglicher' oder ‚traditioneller' Identität um? Ich erinnere mich, dass jemand sagte, Queers seien schwer zu navigierende Waren.“
— Ju Bavyka

Ju Bavyka ist Autor*in und visuelle*r Künstler*in, geboren in Petropavlosk, Kasachstan, und lebt auf Land der Gadigal in Sydney, Australien. Bavykas Arbeit erforscht Migration, Queerness, Arbeit und strukturelle Ausgrenzungen. Bavyka hat 2025 das Peter Blazey Fellowship erhalten und ist 2026 CoMuse-Fellow am Humboldt Forum Berlin. Aktuell arbeitet Bavyka an seinem*ihrem ersten Buch.