Das Lienzo-Projekt. Kooperation zwischen dem Ethnologischen Museum und dem Gemeindemuseum von Coixtlahuaca

Folgende Themen gehören zu diesem Projekt

  • Museumskooperation
  • Bildung & Vermittlung
  • Konservierung & Restaurierung
  • Gemeinschaftsbeteiligung

Der Lienzo von Coixtlahuaca / Lienzo Seler II

Der Lienzo, ein ca. 16 m² großes bemaltes Baumwolltuch aus dem 16. Jahrhundert, thematisiert u. a. die Geschichte des im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca gelegenen Tals von Coixtlahuaca und angrenzender Gebiete seit dem 11. Jahrhundert. Für die Bewohner*innen des gleichnamigen Hauptortes und der umliegenden Gemeinden, die sich heute als Chocholteca identifizieren, ist der Lienzo ein Schlüsseldokument hohen ideellen und symbolischen Wertes.

Die Delegation aus Mexiko, darunter die Restauratorinnen, vor der Vitrine des Lienzo von Coixtlahuaca II / Seler II, im Humboldt Forum, April 2024
Die Delegation aus Mexiko, darunter die Restauratorinnen, vor der Vitrine des Lienzo von Coixtlahuaca II / Seler II, im Humboldt Forum, April 2024
Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst / Ute Schüren

Projektziele

Das Projekt beinhaltet die Zusammenarbeit zwischen Akteur*innen aus dem Gemeindemuseum im Hauptort Coixtlahuaca, dem Ethnologischen Museum, vier weiteren Orten im Tal, die ihre eigenen Lienzos bewahren, und mexikanischen Textilrestauratorinnen. Ziele sind ein Austausch über die Provenienz, Interpretation, Ausstellungsdidaktik, Konservierung sowie die explizit erwünschte Übergabe einer Eins-zu-eins-Kopie des Lienzo von Coixtlahuaca II / Seler II an das Gemeindemuseum. Indem es auch die Diskussion zwischen den Gemeinden über kulturelle und historische Fragen fördert, möchte das Projekt regional integrieren. Der Austausch zwischen Textilrestauratorinnen hat dazu beigetragen, offene Fragen bezüglich der Konservierung des Lienzo zu klären und mexikanische Konservierungspraktiken kennenzulernen.

Workshops in Berlin (2024) und Coixtlahuaca (2025)

Die Repräsentant*innen für den Berliner Workshop wurden durch die Gemeindeversammlungen bestimmt. Die Übergabe der Lienzo-Kopie erfolgte in Coixtlahuaca in einem feierlichen Rahmen. Bei einem der Workshops wurde mit Kindern der Region u. a. ein Lienzo-Spiel mit Bezug auf die bedrohte Chocholteca-Sprache entwickelt.

 

Artikel: Übergabe der Replik des Codex Coixtlahuaca II im Ethnologischen Museum Berlin [ES]

Bericht: Rückkehr des Lienzo de Coixtlahuaca II nach Oaxaca in Form einer Replik [ES]

Beitrag: Das chocholtekische Volk trifft den Codex in Berlin wieder [ES]

Foto auf Facebook: Eindrücke von der Veranstaltung / Delegation in Berlin

Blogbeitrag der Staatlichen Museen zu Berlin: Besuch einer Indigenen Delegation & Geschichte von Coixtlahuaca

Humboldt Forum: Informationen zum Lienzo Seler II

IAI-Seite: Austausch mit mexikanischen Partnerinnen zu Beständen aus dem Tal von Coixtlahuaca

Projekt-Info

Region: Berlin,
Tal von Coixtlahuaca, Oaxaca, Mexiko

Indigene Gruppe/communitys: Chocholteca vertreten durch den Concejo de Gobierno Tradicional del Pueblo Chocholteco Ngigua-Ngiba und seinen Präsidenten Horacio Miguel Cruz;Concejo;/ die Gemeinde San Juan Bautista Coixtlahuaca sowie die Orte San Gerónimo Otla, Santa María Nativitas, San Miguel Tequixtepec, San Miguel Tulancingo aus dem Tal von Coixtlahuaca, Oaxaca, Mexiko, die bis heute in ihrer Gemeinschaft ihre eigenen Lienzos bewahren.

Kooperationspartner*innen: Ethnologisches Museum Berlin; Das Gemeindemuseum NCHA NI DEXÄ NI BOLLE RRU NGIGUA (Museo Comunitario Coixtlahuaca) von San Juan Bautista Coixtlahuaca, Oaxaca, Mexiko;
Die Abteilung für Textilrestaurierung der Coordinación Nacional de Conservación del Patrimonio Cultural (CNCPC) des Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH) in Mexiko-Stadt

Projektleitung: Dr. Ute Schüren, Kuratorin; Irina Seekamp, Textilrestauratorin; Kerstin Flemming (†), Textilrestauratorin

Forschung: Valerie von Stillfried für den Bereich Bildung und Vermittlung; Wissenschaftliche Berater: Dr. Geert Bastiaan (Sebastián) van Doesburg, UNAM, México, Instituto de Investigaciones Filológicas und Direktionsmitglied der Bibliotheca de Investigación Juan de Córdova, Fundación Harp Helú, Oaxaca, Ethnohistoriker, Sprachwissenschaftler und Spezialist für indigene Sprachen, Schriften, präkolumbische und koloniale Codizes und Lienzos; Prof. emeritus Dr. Stephan A. Kowalewski, Archäologe, University of Georgia, Athen.
Beide Kollegen sind Spezialisten und arbeiten seit vielen Jahren  wissenschaftlich über die Kulturgeschichte Oaxacas, speziell des Tals von Coixtlahuaca. Sie genießen großes Vertrauen bei den Autoritäten der verschiedenen Gemeinden des Tals. Der Austausch mit den insgesamt fünf indigenen Gemeinden wurde von beiden Kollegen vorbereitet und eng begleitet.

Projektförderung: CoMuse

Projektlaufzeit: 03/2023 – 06/2026