Restitution der Benin-Bronzen: Stimmen einer Debatte

Folgende Themen gehören zu diesem Projekt

  • Erinnerungskultur
  • Audiovisuelle Methodologien
  • Tradiertes Wissen

Die 10-Kanal-Installation mit Expert*inneninterviews aus Deutschland und Nigeria präsentiert vielfältige Stimmen der komplexen Debatte um die Rückgabe der Benin-Bronzen – aus Kunst, Museen, Wissenschaft und dem Königshaus in Benin City.

Ausstellungsansicht der 10-Kanal-Installation im Raum „Zukunft der Benin-Bronzen“.
Ausstellungsansicht der 10-Kanal-Installation im Raum „Zukunft der Benin-Bronzen“.
Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst / Pierre Adenis

Kunstwerke aus dem historischen Königreich Benin in Berlin

Das Ethnologische Museum Berlin bewahrte hunderte sogenannte Benin-Bronzen – künstlerische Werke aus einem Zeitraum von rund drei Jahrhunderten, die im Zuge des Kolonialismus geraubt und nach Europa gebracht wurden. 2022 wurde das Eigentum an Nigeria übertragen; ein Rückgabeprozess hat begonnen, einige Werke wurden der Regierung Nigerias übergeben.

Die Debatte in den Museumsraum bringen

Die skizzierten Prozesse fanden auf der Regierungsebene zwischen Deutschland und Nigeria statt. Über die offiziellen Verhandlungen hinaus präsentiert eine Videoinstallation unterschiedliche Stimmen, die einen Einblick in die Komplexität und Vielstimmigkeit der Debatte geben. Wissenschaftler*innen, Künstler*innen sowie Vertreter*innen deutscher und nigerianischer Museen und des Königshauses in Benin City stellen ihre Sicht dar: Aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten sie die Bedeutung der Benin-Bronzen und die aktuelle Debatte um die Rückgabe, um in die Zukunft zu blicken.

Die Statements wurden 2022 und 2025 in Nigeria und Deutschland aufgenommen und stellen Momentaufnahmen der dynamischen Entwicklungen dar. Sie verdeutlichen unterschiedliche Haltungen und werfen zentrale Fragen auf: An wen wird das kulturelle Erbe Benins zurückgegeben? Wie wird Geschichte erinnert? Wo und wie sollen die Benin-Bronzen in Zukunft gezeigt werden und wie arbeiten deutsche und nigerianische Partner*innen perspektivisch zusammen?

Projekt-Info

Region: Nigeria, Königreich Benin

Interviewte:

2022
Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Direktorin Museum am Rothenbaum, Kulturen und Künste der Welt
Prof. Dr. Abba Isa Tijani, ehemaliger Generaldirektor der National Commission of Museums and Monuments (NCMM)
Theophilus Umogbai, ehemaliger Kurator des National Museums, Benin City Enotie Ogbebor, zeitgenössischer Künstler, Benin City
Prof. Dr. Hermann Parzinger, ehemaliger Präsident SPK
Daniel E. Inneh, Vertreter des Obas von Benin
Dr. Josephine Ebuiwa Abbe, University of Benin
Osaisonor Godfrey, Ekhator-Obogie, Institute for Benin Studies
Prinz Aghatise Erediauwa
Prof. Dr. Lars-Christian Koch, Direktor, Ethnologisches Museum, SPK

2025
Prof. Dr. Marion Ackermann, Präsidentin SPK
Olugbile Holloway, Generaldirektor, NCMM
Femi Johnson, Digital Heritage Spezialist, Museum of West African Art (MOWAA) und andere
Deadria Farmer Paellmann, Restitution Study Group, New York

Projektleitung: Dr. Verena Rodatus, Kuratorin Westafrika / Südliches Afrika

Kuratorin für Medien und Digitales: Cristina Navarro

Projektförderung: CoMuse

Projektlaufzeit: 01/2025 – 12/2025