Im Zentrum der Dauerausstellung stehen die zeitgenössischen Arbeiten von neun Künstler*innen aus Togo und der Diaspora. Die Ausstellung knüpft neue Verbindungen – zwischen kolonialer Erinnerung und zeitgenössischen Ausdrucksformen wie Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie und Performance.
Neue Verbindungen zu knüpfen, alte Sichtweisen zu verlassen, das ist eine zentrale Strategie, um die bis heute wirksamen Effekte der kolonialen Machtstrukturen aufzubrechen. Dabei geht es nicht zuletzt um die epistemische Gewalt, mit der Wissen und Kultur einseitig definiert, mit der Perspektiven und Selbstrepräsentationen ehemals kolonialisierter Gesellschaften unsichtbar oder verzerrt dargestellt wurden – auch in der (musealen) Repräsentation togoischer Kunst und Kultur in Europa.
In diesem Ausstellungsprojekt knüpfen zeitgenössische Künstler*innen und Wissenschaftler*innen aus Togo Verbindungen zwischen Beständen in Berlin und verschiedenen historischen und aktuellen Kontexten der togoisch-deutschen Beziehung. Zugleich entstehen neue Verbindungen zwischen Institutionen in Togo und in Deutschland.
Die historischen „Sammlungen“ aus Togo
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Ethnologischen Museum Berlin und den dort bewahrten historischen „Sammlungen“ Togos, die in der Kolonialzeit oftmals gewaltsam angeeignet wurden, sowie historischen Fotografien und Tonaufnahmen. Die künstlerischen Arbeiten beziehen sich entweder direkt auf die „Sammlungen“ oder kontextualisieren sie. So eröffnen sie einen produktiven Dialog, der traditionelle Repräsentationsmuster hinterfragt und neue Verbindungen schafft.
Neue Verbindungen als Zukunftsvision
Neue Verbindungen stehen hier für die Überwindung von einseitigen Narrativen und die Schaffung von Beziehungsgeflechten, die historisch marginalisierte Perspektiven sichtbar machen und stärken. So soll eine postkoloniale Ausstellungsweise entstehen, die koloniale Spuren reflektiert und zugleich Zukunftsvisionen für eine globale Gesellschaft entwirft.
Projekt-Info
Region: Togo
Kooperationspartner*innen: ESPACE AZANKPO
Projektleitung: Dr. Verena Rodatus
Kuratorisches Team: Dr. Verena Rodatus, Kuratorin Westafrika / Südliches Afrika (EM), Dr. Gitti Salami, Gastwissenschaftlerin (EM) unter künstlerischer Beratung von Camille Tété Azankpo und Emmanuel Sogbadji und in Kollaboration mit den togischen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen.
Künstler*innen: Camille Tété Azankpo, Emmanuel Sogbadji, Sadikou Oukpedjo, Jerry Doe Orlando, Jacques Do Kokou, Anani Dodji Sanouvi, Yasmine Yerima Rouquaiya, Elotode Sokpoh.
Teilnehmer*innen am Auftaktworkshop: Esswassam Abika, Dr. Kokou Azamede, Dr. Sama Missimba Wembou, Dr. Adama Ayikoué, Dr. Aka Bebewou, Dr. Aqtime Edjabou, Stéphane Kossi Kouzan, Prof. Dr. Edinam Kola, Prof. Dr. Hans Peter Hahn, Dr. Ohiniko M. Toffa, Drossilia D. Igouwe, sowie die Künstler*innen.
Forschung: Dr. Verena Rodatus, Dr. Gitti Salami in Kollaboration mit den wissenschaftlichen Teilnehmer*innen des Auftaktworkshops.
Film: Matthieu Abalo
Gestaltung: Studio NEIDA
Digitales und Medien: Cristina Navarro
Restaurierung: Eva Ritz, Elisabeth Bär
Kommunikation: Deo Gratias Panou, Timo Weißberg (bis 07/2025)
Verwaltung: Berit Kintschil, Frank Dreblow
Wir danken allen genannten und nicht genannten Beitragenden und Teammitgliedern, darunter vor allem dem CoMuse-Projektteam, der Direktion des Ethnologischen Museums und den Mitarbeitenden der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Wir bedanken uns außerdem beim Kulturministerium Togos, dem Goethe-Institut Lomé, der deutschen Botschaft in Lomé, der togoischen Botschaft in Berlin und der lokalen Gemeinschaft in Ahépé sowie bei allen Teilnehmenden am Workshop im März 2025.
Projektförderung: CoMuse
Projektlaufzeit: 01/2025 – 12/2026